Executive Summary · Stand März 2026

EPIC

Engineering Product Information Center
Version 0.86

Eine spezialisierte Web-Applikation zur strukturierten Verwaltung von Produktdaten, Technischen Daten, Variantenräumen und Stücklisten für komplexe Industrieprodukte.

4
Hierarchieebenen
3
Datenfluss-Typen
86
Versionen / Fixes
2
Export-Formate
Das Problem
Industrieprodukte sind komplex — ihre Datenverwaltung bisher nicht adäquat abgebildet.
🗂️

Heterogene Datenquellen

Technische Daten liegen verteilt in Excel, PDFs und ERP-Systemen — ohne einheitliche Struktur oder Hierarchie.

🔀

Variantenkomplexität

Ein Produkt existiert in hunderten Kombinationen (Nennweite, Anschlussart, Körperform). Welche Daten gelten für welche Variante?

🔗

Redundanz & Inkonsistenz

Gleiche Werte werden an vielen Stellen gepflegt. Änderungen führen zu inkonsistenten Datenständen in Dokumentationen.

📤

Kein strukturierter Export

Der Weg von der Datenbank in Redaktionssysteme (ST4) oder Kundenportale ist manuell und fehleranfällig.

Kernkonzepte
EPIC basiert auf drei orthogonalen Konzepten, die zusammen das gesamte Produktdatenmodell abdecken.
🏗️

Produktstruktur

Hierarchischer Aufbau: Produkt → Komponente → Sub-Komponente. Jede Ebene kann eigene technische Daten tragen oder von Kindern aggregieren.

📐

Variantenraum (Space)

Jede Komponente besitzt einen Raum aus Merkmalen (Anschlussart, Nennweite, …). Technische Daten können für Teilräume (Kombinationen) gelten.

⚙️

Constraints

Regeln definieren, welche Merkmalskombinationen erlaubt, verboten oder abhängig voneinander sind — auf Item- oder Produktebene.

Drei Datenfluss-Typen für Technische Daten

direkt

Wert ist direkt auf dem Item gepflegt. Höchste Priorität.

vererbt

Top-down: Sub-Komponente erbt transitiv vom Parent (und Grandparent).

aggregiert

Bottom-up: Parent aggregiert direkte / eigene Kindwerte (MIN / MAX / SUM / Keine).

Produkthierarchie
Reales Beispiel: D40 ohne Anbaukomponenten — 5 Hierarchieebenen.
Produkt D40 aggregiert TDs aus allen Komponenten (MIN / MAX / SUM)
Komponente AD40 direkt eigene TDs
Komponente BD00 direkt z.B. Medientemperatur −50 … 200 °C
Sub-Komp. BD00 Clamp vererbt von BD00
Sub-Sub BD00 88,8T vererbt transitiv von BD00 (via BD00 Clamp)
Sub-Sub-Sub BD00 88,8T DN15 vererbt + direkt Maße (H1, L, ød1, ød3)
Sub-Sub-Sub BD00 88,8T DN20 / DN25 — analog, je eigene Maßwerte
Sub-Sub BD00 80,8P vererbt transitiv + DN15 / DN20 / DN25 mit eigenen Maßen
Sub-Komp. BD00 Stutzen vererbt von BD00 · enthält BD00 17 / BD00 59 / BD00 60 mit DN-Varianten
Komponente AX40 · DD00 · ID00 — weitere Komponenten analog

Schlüsselprinzip: Vererbt fließt ausschließlich top-down (transitiv über beliebig viele Ebenen). Aggregiert fließt ausschließlich bottom-up — nur aus direkt definierten oder selbst aggregierten Kindwerten.

Aggregation über die Ebenen
Bottom-up: Werte steigen von den Blättern zum Produkt auf — am Produkt gewinnt der ungünstigste Wert.
direkt  selbst gepflegter Wert vererbt  top-down vom Parent aggregiert  bottom-up aus Kindern
Beispiel · Min. Medientemperatur  (TD-Definition: Aggregationsmodus = MAX → ungünstigster Minimalwert gewinnt)
Produkt D40 aggregiert −10 °C = MAX(−50 °C, −10 °C)  → ungünstigster Wert der Komponenten
↑   aggregiert aus
Komponente BD00 direkt −50 °C
↓ vererbt
Sub-Komp. BD00 Clamp vererbt −50 °C
↓ transitiv
Sub-Sub BD00 88,8T vererbt −50 °C
DN-Varianten erben ebenfalls — tragen nichts zur Aggregation bei
Komponente AD40 direkt −10 °C
Eigenständige Komponente ohne Sub-Komponenten.
Trägt −10 °C direkt zur Aggregation bei.
⚠ AD40 bestimmt das Produkt-Ergebnis,
weil −10 °C > −50 °C (MAX-Modus)
Verfügbare Aggregationsmodi
MAX
Ungünstigster Minimalwert (z.B. Min. Temperatur)
MIN
Ungünstigster Maximalwert (z.B. Max. Druck)
SUM
Summe aller Werte (z.B. Gewicht)
Keine
Alle Quellwerte aufgelistet (z.B. Zertifikate)

Wichtig: Nur direkte und aggregierte Kindwerte fließen in die Aufwärts-Aggregation ein. Vererbte Kindwerte werden ausgeschlossen — sie stammen von oben und würden sonst doppelt gewertet.

Zentrale Stammdaten
TD-Definitionen, Optionen und Optionswerte werden einmalig zentral gepflegt und von allen Produkten referenziert.
📋 TD-Definitionen

Legen fest, welche Technischen Daten existieren und wie sie aggregiert werden.

Min. Medientemperatur
Typ: Zahl · Einheit: °C · Aggregation: MAX
Max. Betriebsdruck
Typ: Zahl · Einheit: bar · Aggregation: MIN
FDA-konform
Typ: Bool · Aggregation: Keine
… weitere Definitionen
🎛️ Option-Definitionen

Definieren die Merkmale des Variantenraums — einmal angelegt, für alle Komponenten nutzbar.

Anschlussart
Typ: Auswahl
Nennweite
Typ: Auswahl
Körperform
Typ: Auswahl
… weitere Definitionen
🏷️ Option-Werte

Konkrete Ausprägungen je Option-Definition — mit Bestellcode und Anzeigetext.

Clamp ASME BPE
Anschlussart · Code: 88
DN15
Nennweite · Code: 15
Durchgangskörper
Körperform · Code: T
… weitere Werte
Vorteile der zentralen Pflege
Single Source of Truth — Umbenennung einer Option wirkt sich sofort auf alle Produkte aus
Konsistenter Export — interne Namen und Bestellcodes immer einheitlich in ST4 und CSV
Wiederverwendung — Optionen und Werte können komponentenübergreifend genutzt werden
Constraint-Basis — Regeln beziehen sich auf dieselben zentralen IDs, keine Duplikate
Funktionsumfang
Technische Architektur
Bewusst schlank gehalten: kein Framework-Overhead, direkt deploybar auf XAMPP / Apache + PHP.
Frontend
Bootstrap 5 UI
Vanilla JS (app.js)
structure_editor.js
component_space.js
↕ REST / JSON
API Layer
api/index.php (Router)
Controllers / Endpoints
↕ PHP-Funktionsaufrufe
Service Layer
technical_data_service.php
3.500+ Zeilen Kernlogik
space_service.php
options_service.php
export_service.php
unit_conversion_service.php
↕ PDO / Named Placeholders
Datenbank
MySQL · Datenbank: gpa
PHP 8.x
MySQL / MariaDB
Apache .htaccess Routing
Bootstrap 5
Vanilla JavaScript
PDO + Prepared Statements
REST / JSON API
XAMPP (Windows)
Roadmap
Geplante Weiterentwicklungen auf Basis identifizierter Bedarfe.
Geplant · KI-Integration

🤖 PDF-Datenblatt-Analyse

Upload eines Hersteller-PDFs → automatisches Mapping auf TD-Definitionen, Optionen und Constraints via Claude API. Spart manuelle Erfassung.

Geplant · Datenqualität

📊 Erweiterte Vollständigkeitsprüfung

Proaktive Warnungen bei fehlenden Pflicht-TDs pro Variante. Integration in den Export-Workflow.

Geplant · Integration

🔗 ERP / PIM Anbindung

Bidirektionaler Datenaustausch mit vorgelagerten Systemen (SAP, Odoo) über standardisierte API-Endpunkte.

Langfristig

🌐 Multi-User / Rollen

Mehrbenutzer-Betrieb mit rollenbasierter Zugriffskontrolle (Redakteur, Freigeber, Admin) und Änderungshistorie.

Einordnung
EPIC ist kein ERP und kein klassisches PIM — es füllt die Lücke dazwischen.
🏭

ERP (z.B. SAP)

Transaktionsdaten, Bestellungen, Lager, Finanzen. Keine tiefe Produktstrukturlogik mit Vererbung/Aggregation.

EPIC

Produktstruktur + Technische Daten + Varianten + Constraints + Export. Spezialisiert, leichtgewichtig, anpassbar.

📚

PIM (z.B. Akeneo)

Marketing-Produktdaten, Medien, Channels. Keine Hierarchie-Aggregationslogik oder Variantenraum-Berechnung.